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Mit Bloggen Geld verdienen: 6 Wege und ehrliche Rechnungen

Redaktion Kreativblogger Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Übereinanderliegende Euro-Banknoten, vor allem Zwanzig- und Zehn-Euro-Scheine
Foto: Lionel Allorge, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Kurz gesagt: Mit einem Blog verdienst du Geld über Display-Werbung, Affiliate-Links, bezahlte Kooperationen, eigene digitale Produkte, Mitgliedschaften oder Dienstleistungen. Nennenswerte Beträge entstehen erst mit regelmäßigem Suchmaschinen-Traffic oder einer treuen Leserschaft, was meist Monate bis Jahre dauert. Für kleine Blogs bringen eigene Produkte und Dienstleistungen pro Leser am meisten.

Wer nach „mit Bloggen Geld verdienen“ sucht, landet schnell bei Einkommensberichten mit fünfstelligen Monatszahlen. Was diese Berichte selten sagen: Sie stammen von wenigen Blogs, oft aus dem englischsprachigen Raum, und manche verdienen einen Teil davon mit Affiliate-Links für genau die Tools, mit denen man angeblich so viel verdient. Belastbare Statistiken darüber, was ein typischer deutscher Blog einbringt, gibt es nicht.

Was es gibt, sind die Mechaniken. Und mit denen kannst du selbst rechnen.

Weg 1: Display-Werbung

Werbebanner sind der bekannteste Weg und für kleine Blogs meist der schwächste. Bei Google AdSense erhalten Publisher laut Google 80 Prozent der Einnahmen, nachdem die Werbeplattform des Werbetreibenden ihre Gebühr abgezogen hat. Kauft der Werbetreibende über Google Ads, behält der Publisher laut Google rund 68 Prozent. Seit 2024 rechnet AdSense nach Impressionen statt nach Klicks ab.

Wie viel das in Euro ist, hängt stark von Thema, Saison und Herkunft der Leser ab. Finanz- und Versicherungsthemen bringen pro Aufruf mehr als Hobbythemen. Und Werbung kostet: Sie macht Seiten langsamer und Leser ungeduldiger.

Premium-Werbenetzwerke zahlen besser, setzen aber Mindestzahlen voraus. Raptive etwa hat im Oktober 2025 seine Schwelle auf 25.000 Seitenaufrufe im Monat gesenkt, verlangt dann aber, dass mindestens die Hälfte des Traffics aus den USA, Großbritannien, Kanada, Australien oder Neuseeland kommt. Für deutschsprachige Blogs ist das praktisch unerreichbar.

Du empfiehlst ein Produkt, verlinkst es mit einem persönlichen Partnerlink und bekommst eine Provision, wenn jemand darüber kauft. Das bekannteste Programm in Deutschland ist das Amazon-PartnerNet. Die Sätze unterscheiden sich stark nach Kategorie:

Amazon.de PartnerNet: Standardvergütung nach Kategorie (Auswahl)
  1. Bekleidung, Schuhe, Uhren6 %
  2. Bücher, Küche, Baumarkt5 %
  3. Beauty, Sport und Fitness4 %
  4. Alle anderen Kategorien3 %
  5. Mobile Elektronik, Fire TV2,5 %
  6. Lebensmittel, Videospiele, Konsolen1 %

Quelle: Amazon PartnerNet, Übersicht der Werbekostenerstattung, abgerufen Oktober 2026

Neben Amazon gibt es Affiliate-Netzwerke, die Programme vieler Shops bündeln, und Direktprogramme einzelner Anbieter. Software-Anbieter zahlen teils höhere Provisionen als Händler, weil ihre Marge größer ist. Die Konditionen stehen im jeweiligen Programm.

Was dabei herauskommt, zeigt eine einfache Rechnung mit Annahmen, die du durch deine eigenen Werte ersetzen solltest:

Beispielrechnung Affiliate-Einnahmen pro Monat
Seitenaufrufe auf Artikeln mit Produktempfehlungen
20.000
Davon klicken 2 % auf einen Partnerlink
400 Klicks
Davon kaufen 5 %
20 Käufe
Durchschnittlicher Warenkorb
40 €
Provision 4 % auf 800 € Umsatz
32 €
Einnahmen im Monat
32 €

Alle Werte sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Messwerte. Klick- und Kaufraten schwanken je nach Thema und Platzierung stark.

Das ist ernüchternd. 20.000 Seitenaufrufe sind für einen Hobbyblog viel, und trotzdem bleibt kaum mehr als die Hosting-Kosten eines Jahres hängen. Verdoppelt sich die Klickrate durch bessere Vergleiche oder steigt der Warenkorb, weil du teurere Produkte empfiehlst, sieht es anders aus. Die Rechnung zeigt aber, warum Affiliate vor allem bei kaufnahen Themen funktioniert: Tests, Vergleiche, Kaufberatung.

Weg 3: Bezahlte Kooperationen

Unternehmen bezahlen dich für einen Artikel über ihr Produkt, eine Erwähnung oder einen Link. Für Blogs mit klarer Zielgruppe kann das lohnender sein als Werbung. Die Preise sind Verhandlungssache, verbindliche Marktwerte gibt es nicht.

Zwei Dinge sind nicht verhandelbar. Erstens musst du den Beitrag als Werbung kennzeichnen, und zwar am Anfang. Wie das korrekt aussieht, steht unter Werbung im Blog kennzeichnen. Zweitens schreibst du nichts, was du nicht vertreten kannst. Ein Blog lebt vom Vertrauen der Leser, und das ist schneller verspielt als verdient.

Was Unternehmen vor einer Kooperation sehen wollen, ist meist dasselbe: Wer liest den Blog, wie viele Besucher kommen im Monat, und wie sahen frühere Zusammenarbeiten aus? Eine einseitige Übersicht mit Zielgruppe, Zahlen aus deinem Analyse-Tool und zwei, drei Beispielartikeln spart in jeder Verhandlung Zeit. Zahlen schönen bringt nichts, seriöse Partner fragen nach Screenshots.

Vorsicht bei Anfragen, die nur einen „Dofollow-Link“ wollen und am Inhalt kein Interesse haben. Google wertet gekaufte Links, die nicht als solche markiert sind, als Spam.

Weg 4: Eigene digitale Produkte

E-Books, Vorlagen, Checklisten, Online-Kurse. Hier behältst du den größten Teil des Umsatzes, abzüglich Zahlungs- und Plattformgebühren. Für einen kleinen Blog mit treuen Lesern ist das oft der Weg mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ertrag. Unsere Einschätzung: Ein Gartenblog mit 2.000 Stammlesern verdient mit einem Aussaatkalender für 9 Euro eher mehr als mit Werbebannern.

Steuerlich gibt es eine Besonderheit. Verkaufst du digitale Produkte an Privatkunden in anderen EU-Ländern, gilt ab einem EU-weiten Umsatz von 10.000 Euro im Jahr die Umsatzsteuer des Landes, in dem der Kunde sitzt. Das lässt sich über das One-Stop-Shop-Verfahren beim Bundeszentralamt für Steuern abwickeln.

Weg 5: Mitgliedschaften und Newsletter

Leser zahlen monatlich für exklusive Inhalte, einen Newsletter oder eine Community. Substack behält von bezahlten Abos 10 Prozent, Ghost(Pro) nimmt ab dem Tarif Publisher keine Transaktionsgebühr, kostet dafür 29 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung. Ab welchem Umsatz sich was rechnet, steht im Vergleich der Blog-Plattformen.

Mitgliedschaften brauchen eine Leserschaft, die dich als Person oder Marke schätzt. Mit reinem Suchmaschinen-Traffic klappt das selten.

Weg 6: Dienstleistungen

Der Blog als Schaufenster: Beratung, Workshops, Fotografie, Texte für andere. Für manche Blogger ist das die wichtigste Einnahme, auch wenn sie in Einkommensberichten selten auftaucht. Ein Artikel, der zeigt, dass du ein Problem lösen kannst, ist die beste Bewerbung.

Die sechs Wege im Vergleich
KriteriumNötiger TrafficAufwand pro EuroAbhängigkeit von Dritten
Display-Werbunghochgeringhoch
Affiliatemittel bis hochmittelhoch
Kooperationenmittelmittelmittel
Eigene Produktegering bis mittelhoch am Anfanggering
Mitgliedschaftengering, aber treuhochmittel
Dienstleistungengeringhochgering

Eigene Einschätzung, keine Messwerte.

Warum ein einziger Weg riskant ist

Blog-Einnahmen hängen fast immer an Dritten. Ein Google-Update verschiebt Rankings, und mit den Besuchern sinken Werbe- und Affiliate-Einnahmen gleichzeitig. Partnerprogramme ändern ihre Konditionen: Amazon hat seine Provisionen in der Vergangenheit mehrfach gesenkt, in den USA zuletzt im April 2020 für mehrere große Kategorien auf einen Schlag. Kooperationspartner kürzen Budgets, wenn die Konjunktur schwächelt.

Deshalb lohnt es, mittelfristig zwei oder drei Standbeine zu haben, die nicht an derselben Quelle hängen. Ein Blog, der von Affiliate-Links und einem eigenen Produkt lebt, übersteht einen schlechten Monat bei Google besser als einer, der nur auf Werbebanner setzt. Am stabilsten sind Einnahmen, für die Leser direkt zu dir kommen: Newsletter-Abonnenten, Käufer deiner Produkte, Kunden deiner Dienstleistung.

Das heißt nicht, dass du alles auf einmal starten sollst. Im Gegenteil.

Die Pflichten, die mit dem ersten Euro kommen

Mit dem ersten Affiliate-Link ist dein Blog nicht mehr privat. Dann brauchst du ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz, Details im Artikel Impressum für Blogs. Werbung und Partnerlinks musst du kennzeichnen. Und das Finanzamt interessiert sich für die Einnahmen, sobald du regelmäßig und mit Gewinnabsicht verdienst. Gewerbeanmeldung, Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und Kleinunternehmerregelung erklärt der Beitrag Blog als Gewerbe anmelden.

Wächst aus einem Blog irgendwann eine eigene Plattform mit Mitgliederbereich, Shop oder App, ist das ein Softwareprojekt. Studios wie OnlineBuilders bauen und betreiben solche Plattformen. Bis dahin ist der Blog selbst dein bestes Kapital.

Dein nächster Schritt: Schau dir deine fünf meistbesuchten Artikel an und frag bei jedem, welches Produkt oder welche Leistung ein Leser nach dem Lesen am ehesten braucht. Daraus ergibt sich, welcher der sechs Wege zu deinem Blog passt. Fang mit genau einem an.

Häufige Fragen

Ab wie vielen Besuchern kann man mit einem Blog Geld verdienen?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Mit Affiliate-Links und eigenen Produkten kannst du schon mit wenigen hundert treuen Lesern erste Einnahmen erzielen. Display-Werbung lohnt sich dagegen erst bei deutlich höherem Traffic, und Premium-Werbenetzwerke setzen Mindestzahlen voraus.

Wie lange dauert es, bis ein Blog Geld abwirft?

Bei Suchmaschinen-Traffic meist mehrere Monate bis über ein Jahr, weil neue Domains Zeit brauchen, um Vertrauen aufzubauen. Wer schon eine Community auf anderen Kanälen hat, kommt schneller zu ersten Einnahmen.

Muss ich ein Gewerbe anmelden, wenn ich Affiliate-Links nutze?

Wer regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht Einnahmen erzielt, betreibt nach Auffassung der Finanzverwaltung in der Regel einen Gewerbebetrieb. Dann stehen Gewerbeanmeldung und der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an.

Brauche ich für Affiliate-Links ein Impressum?

Ja. Schon ein einzelner Affiliate-Link kann dazu führen, dass dein Blog nicht mehr als rein privat gilt. Dann sind Impressum und Datenschutzerklärung Pflicht.