Blog-Plattform Vergleich: WordPress, Ghost, Substack, Wix
Kurz gesagt: Für einen Blog, der über Google gefunden werden und langfristig wachsen soll, ist selbst gehostetes WordPress meist die beste Plattform. Ghost passt zu Autoren, die bezahlte Mitgliedschaften verkaufen wollen, Substack zu reinen Newslettern. Baukästen wie Wix sind bequem, aber teurer und beim Umzug unflexibler.
Wer nach der besten Blog-Plattform fragt, bekommt meist eine Liste mit zehn Anbietern und dem Satz „Es kommt darauf an“. Das stimmt, hilft aber wenig. Die Entscheidung hängt an genau einer Frage: Wovon soll dein Blog in drei Jahren leben? Von Suchmaschinen-Besuchern, von zahlenden Abonnenten oder von gar nichts, weil er ein Hobby bleibt?
Je nach Antwort ist eine andere Plattform richtig. Das klingt banal. Ist es nicht. Die Preise unten stammen von den Preisseiten der Anbieter (Stand Oktober 2026). Bei US-Diensten sind sie in Dollar angegeben, weil die Anbieter ihre Euro-Preise je nach Land unterschiedlich berechnen.
Die fünf Kandidaten im Überblick
| Kriterium | WordPress (eigenes Hosting) | WordPress.com | Ghost(Pro) | Substack | Wix |
|---|---|---|---|---|---|
| Bezahlter Einstieg | Hosting ab 4,95 €/Monat | 4 $/Monat | 18 $/Monat | kostenlos, 10 % der Abo-Umsätze | 17,77 $/Monat |
| Eigene Domain | ab bezahltem Tarif | ab bezahltem Tarif | |||
| Plugins frei wählbar | teilweise | teilweise | |||
| Bezahl-Abos eingebaut | per Plugin | teilweise | ab Tarif Publisher | teilweise | |
| Zugriff auf Server und Code | teilweise |
Preise bei jährlicher Zahlung, ohne Mehrwertsteuer und Zahlungsgebühren. „Teilweise“ heißt: abhängig vom Tarif oder nur über anbietereigene Erweiterungen.
Quelle: Preisseiten von All-Inkl, WordPress.com, Ghost, Substack und Wix
Selbst gehostetes WordPress: die Standardwahl
WordPress läuft laut W3Techs auf 39,6 Prozent aller Websites (Stand 18. Oktober 2026). Das ist keine Qualitätsauszeichnung, hat aber praktische Folgen. Für fast jedes Problem gibt es ein Plugin, eine Anleitung oder jemanden, der es schon gelöst hat. Du kannst den Hoster wechseln, ohne die Plattform zu wechseln, und exportierst deine Inhalte im WordPress-eigenen XML-Format.
Der Preis dafür ist Pflege. Regelmäßig. Updates für Kern, Theme und Plugins musst du selbst einspielen oder automatisieren. Wer das ignoriert, betreibt nach einem Jahr eine Sicherheitslücke mit Blog dran. Für die meisten, die über Google gefunden werden wollen, bleibt es trotzdem die beste Wahl. Was das Hosting dafür können muss, steht im Artikel Blog-Hosting im Vergleich.
WordPress.com: WordPress ohne Serverpflege
Hier kümmert sich der Anbieter um Updates und Sicherheit. Der Gratis-Tarif zeigt Werbung von WordPress.com und läuft auf einer Subdomain. Bezahlt wird es ab 4 Dollar im Monat (Persönlich), dann folgen Premium für 8, Business für 25 und Commerce für 45 Dollar, jeweils bei jährlicher Zahlung.
Bei Plugins lohnt ein genauer Blick. Laut FAQ der Preisseite lassen sie sich inzwischen auf jedem bezahlten Tarif installieren, im Gratis-Tarif nicht (Stand Oktober 2026). Prüf vor dem Kauf trotzdem, ob genau die Erweiterung erlaubt ist, die du brauchst.
Ghost: für Autoren mit zahlenden Lesern
Ghost ist schlanker als WordPress und von Haus aus auf Newsletter und Mitgliedschaften ausgelegt. Ghost(Pro) kostet 18 Dollar im Monat im Tarif Starter, der aber keine bezahlten Abos enthält. Die gibt es ab Publisher für 29 Dollar, und dann nimmt Ghost laut Preisseite 0 Prozent Transaktionsgebühr. Nur der Zahlungsdienstleister kassiert seine Gebühren.
Das macht Ghost interessant, sobald Abo-Umsätze nennenswert werden. Plugins im WordPress-Sinn gibt es nicht, Erweiterungen laufen über Integrationen. Für einen Rezeptblog mit vielen Spezialfunktionen ist das zu eng, für ein Fachmagazin mit Bezahlschranke genau richtig.
Substack: der schnellste Weg zum Newsletter
Substack kostet nichts, solange du kein Geld verlangst. Von bezahlten Abos behält die Plattform 10 Prozent, dazu kommen die Kartengebühren. Ein funktionierender Newsletter mit Archiv steht oft schon nach einem Abend. Schneller geht es nirgends.
Die Kehrseite: Gestaltung, URL-Struktur und SEO-Einstellungen sind begrenzt. Substack ist ein Netzwerk mit eigener App, und ein Teil deiner Reichweite hängt an dessen Empfehlungen. Wer ein durchsuchbares Archiv aufbauen will, das über Jahre Google-Besucher bringt, steht mit eigener Domain und WordPress oder Ghost besser da.
Ab welchem Umsatz ist Ghost günstiger als Substack?
Diese Rechnung findest du selten, sie ist aber simpel. Zahlungsgebühren fallen bei beiden an und heben sich auf. Übrig bleibt der Vergleich zwischen Ghosts Festpreis und Substacks Umsatzanteil.
- Ghost Publisher: 12 × 29 $
- 348 $ pro Jahr
- Substack: 10 % vom Abo-Umsatz
- variabel
- Gleichstand: 348 $ ÷ 0,10
- 3.480 $ Jahresumsatz
- Darüber ist Ghost günstiger
- ab ca. 290 $ Abo-Umsatz pro Monat
Vereinfachte Rechnung ohne Steuern und ohne Zahlungsgebühren, die bei beiden Anbietern anfallen. Preise laut Anbieter, Oktober 2026.
Unterhalb dieser Schwelle ist Substack billiger, darüber Ghost. Bei 10.000 Dollar Jahresumsatz behält Substack 1.000 Dollar, Ghost kostet weiterhin 348. Wer ernsthaft plant, mit einem Newsletter Geld zu verdienen, sollte das vor dem Start durchrechnen, weil ein späterer Umzug Abonnenten kosten kann.
Wix und andere Baukästen
Wix ist bequem. Du ziehst Elemente mit der Maus an ihren Platz, Hosting und Software kommen aus einer Hand, und um einen Server musst du dich nie kümmern. Der Gratis-Tarif trägt Wix-Branding, eine eigene Domain gibt es erst mit bezahltem Tarif. Der kleinste bezahlte Tarif „Light“ kostet laut US-Preisseite 17,77 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung. Wix weist selbst darauf hin, dass Preise und Währung je nach Standort abweichen.
Damit kostet ein Baukasten ein Mehrfaches von Shared Hosting mit WordPress. Dafür sparst du dir Pflege. Unsere Einschätzung: Für einen reinen Blog lohnt der Aufpreis selten. Für eine Website, bei der der Blog nur ein Nebenbereich ist, etwa die Seite eines Fotostudios, kann er sinnvoll sein.
Ein Punkt, den viele erst beim Umzug bemerken: Bei WordPress und Ghost gibt es dokumentierte Exportformate. Bei Baukästen solltest du vorher prüfen, was sich exportieren lässt und wie Weiterleitungen funktionieren.
Was ein späterer Wechsel wirklich kostet
Plattformwechsel klingen nach einem Wochenende Arbeit. Meist sind es mehrere. Der Text ist schnell kopiert, aber jede alte URL braucht eine Weiterleitung auf die neue Adresse, Bilder müssen mit, interne Links zeigen plötzlich ins Leere, und Abonnenten-Listen lassen sich zwar exportieren, aber bezahlte Abos hängen am jeweiligen Zahlungskonto und müssen sauber übertragen werden, damit niemand doppelt zahlt oder aus Versehen gekündigt wird.
Deshalb lohnt es, die Plattform nach dem Ziel in drei Jahren zu wählen und nicht nach dem bequemsten ersten Abend. Wer unsicher ist, startet mit WordPress. Von dort führen die meisten Wege weiter.
Welche Plattform für welches Ziel?
- Gefunden werden über Google, später Affiliate oder Werbung: WordPress mit eigenem Hosting.
- Newsletter mit Bezahl-Abos, ab etwa 3.500 Dollar Jahresumsatz: Ghost.
- Newsletter testen, ohne Geld auszugeben: Substack.
- Keine Lust auf Technik, Budget vorhanden: WordPress.com Business oder ein Baukasten.
Eine Sache gilt für alle: Nimm von Anfang an eine eigene Domain. Die Plattform kannst du wechseln, die Adresse sollte bleiben. Wie du einen Namen findest, der hält, steht unter Blog-Namen finden. Den Gesamtablauf vom leeren Browserfenster bis zum ersten Artikel beschreibt die Anleitung Blog erstellen in sieben Schritten.
Wer statt eines Blogs eine eigene Plattform mit Mitgliederbereich und Sonderfunktionen plant, ist mit keinem dieser Werkzeuge glücklich. Dann reden wir über individuelle Software, wie sie etwa ein Studio wie OnlineBuilders baut. Für die allermeisten Blogs ist das überdimensioniert.
Was du jetzt tun solltest
Beantworte schriftlich, wovon dein Blog in drei Jahren leben soll. Liegt die Antwort bei Suchmaschinen, installierst du WordPress und kümmerst dich als Nächstes um die Grundlagen von Blog-SEO. Liegt sie bei Abonnenten, rechnest du die Break-even-Formel oben mit deiner realistischen Zahl durch.
Häufige Fragen
Ist WordPress.com dasselbe wie WordPress?
Nein. WordPress.org bietet die freie Software, die du bei einem beliebigen Hoster installierst. WordPress.com ist ein gehosteter Dienst der Firma Automattic, der dieselbe Software nutzt, aber je nach Tarif Funktionen einschränkt.
Kann ich später von Wix zu WordPress wechseln?
Ja, aber rechne mit Handarbeit. Texte lassen sich übertragen, Layout und Sonderfunktionen musst du neu bauen. Wichtig ist, alte URLs per Weiterleitung auf die neuen zu lenken, sonst verlierst du Rankings.
Welche Plattform ist am besten für SEO?
Alle genannten Plattformen können sauberes HTML ausliefern und ranken. Entscheidend sind Inhalte, Ladezeit und Kontrolle über Titel, URLs und Weiterleitungen. Bei selbst gehostetem WordPress hast du hier die meisten Stellschrauben.
Ist Blogger von Google noch eine Option?
Für ein privates Hobby ja, es ist kostenlos und lässt eigene Domains zu. Für einen Blog mit Wachstumsplänen fehlen Themes, Erweiterungen und Weiterentwicklung.