Blog-Hosting: Was ein Blog braucht und was nur Geld kostet
Kurz gesagt: Für einen neuen Blog reicht ein Shared-Hosting-Paket ab etwa 5 Euro im Monat, sofern es PHP 8.3 oder neuer, MySQL 8.0 oder MariaDB 10.11, kostenloses SSL, tägliche Backups und einen Serverstandort in der EU bietet. Achte auf den Preis nach der Aktionsphase und schließe mit dem Hoster einen Auftragsverarbeitungsvertrag ab.
Beim Hosting machen Blogger zwei entgegengesetzte Fehler. Die einen buchen ein Paket für 30 Euro im Monat mit Funktionen, die sie nie nutzen. Die anderen nehmen das billigste Angebot und merken nach einem Jahr, dass sich der Preis versechsfacht hat. Beides lässt sich vermeiden, wenn du weißt, was ein Blog technisch tatsächlich braucht.
Kurz gesagt: nicht viel. Aber die wenigen Punkte sollten stimmen.
Was ein WordPress-Blog technisch voraussetzt
WordPress nennt auf seiner offiziellen Anforderungsseite drei Empfehlungen: PHP ab Version 8.3, MySQL ab 8.0 oder MariaDB ab 10.11 und HTTPS-Unterstützung. Ältere PHP- und MySQL-Versionen funktionieren zwar noch, haben ihr Support-Ende aber erreicht und können laut WordPress Sicherheitslücken öffnen.
Jeder seriöse Hoster erfüllt das. Prüf trotzdem im Kundenmenü, welche PHP-Version voreingestellt ist. Manche Pakete starten aus Kompatibilitätsgründen mit einer älteren Version, die du selbst umstellen musst.
Beim Speicher wird oft übertrieben. Ein Rechenbeispiel zeigt, warum:
- Fotos: 300 Artikel × 5 × 300 KB
- ca. 450 MB
- Verkleinerte Bildvarianten (grob geschätzt, gleiche Größenordnung)
- ca. 450 MB
- WordPress, Theme, Plugins
- ca. 100 MB
- Datenbank
- ca. 50 MB
- Gesamt
- rund 1 GB
Beispielwerte. Annahme: fünf Fotos pro Artikel, komprimiert auf durchschnittlich 300 KB, WordPress erzeugt zusätzlich verkleinerte Varianten.
Selbst das kleinste Paket bei All-Inkl („Privat“, 4,95 Euro im Monat) bietet 50 GB. Speicherplatz ist also selten der Engpass. Wichtiger sind Rechenleistung und Backups. Und ein Support, der antwortet.
Shared, Managed oder eigener Server?
| Kriterium | Shared Hosting | Managed WordPress | VPS / eigener Server |
|---|---|---|---|
| Typischer Einsatz | neuer und mittlerer Blog | Blog ohne Technik-Lust | großer Blog, eigenes Know-how |
| Updates von WordPress | selbst | Anbieter | selbst |
| Server-Updates und Sicherheit | Anbieter | Anbieter | selbst |
| Leistung bei Lastspitzen | begrenzt | meist gut | frei skalierbar |
| Admin-Wissen nötig |
Shared Hosting heißt: Du teilst dir einen Server mit anderen Kunden. Für einen Blog mit einigen hundert Besuchern am Tag ist das völlig ausreichend. Managed WordPress kostet mehr, dafür übernimmt der Anbieter die Updates und das Caching, oft auch Malware-Scans. Ein VPS ist ein virtueller Server, auf dem du alles selbst einrichtest. Schnell und flexibel. Aber ohne Erfahrung mit Linux eine schlechte Idee.
Für den Start empfehlen wir Shared Hosting. Der Wechsel zu etwas Größerem ist später an einem Nachmittag erledigt, wenn du sauber arbeitest.
Die Preisfalle heißt Verlängerung
Viele Hoster werben mit Einstiegspreisen, die nur für die erste Vertragslaufzeit gelten. Ein gut dokumentiertes Beispiel ist SiteGround: Das Einsteigerpaket „StartUp“ kostet im ersten Jahr 2,99 US-Dollar im Monat, danach 17,99 US-Dollar, jeweils ohne Mehrwertsteuer und bei zwölf Monaten Vorauszahlung (Stand Oktober 2026). Das ist das Sechsfache.
Das ist nicht unlauter, steht ja da. Aber es verzerrt jeden Vergleich, der nur auf Bannerpreise schaut. Rechne deshalb immer mit dem Preis ab dem zweiten Jahr. Und achte auf Mindestlaufzeiten: Bei All-Inkl etwa sind alle vier Pakete monatlich kündbar, andere Anbieter binden dich für 12 oder 24 Monate.
Datenschutz: AV-Vertrag und Serverstandort
Dein Hoster verarbeitet personenbezogene Daten deiner Leser, mindestens IP-Adressen in Server-Logs, dazu Kommentare und Kontaktformulare. Rechtlich ist er damit Auftragsverarbeiter. Nach Art. 28 DSGVO brauchst du mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, kurz AV-Vertrag. Seriöse Hoster stellen den im Kundenmenü zum Abschluss bereit. Wenn du ihn dort nicht findest, frag nach, bevor du buchst.
Ein Serverstandort in der EU macht das Leben einfacher. Liegen die Daten außerhalb, musst du prüfen, auf welcher Grundlage sie übermittelt werden, und das in deiner Datenschutzerklärung beschreiben. Was dort sonst noch hingehört, steht im Artikel zu Impressum und Datenschutzerklärung im Blog.
Geschwindigkeit: Woran du gutes Hosting erkennst
Google misst die Nutzererfahrung unter anderem mit den Core Web Vitals. Als „gut“ gelten laut web.dev ein Largest Contentful Paint von höchstens 2,5 Sekunden, eine Interaction to Next Paint von höchstens 200 Millisekunden und ein Cumulative Layout Shift von höchstens 0,1, jeweils gemessen am 75. Perzentil der Seitenaufrufe.
Hosting beeinflusst davon vor allem den ersten Wert, weil der Server schnell antworten muss. Den Rest entscheiden vor allem Theme und Bilder, dazu jedes Plugin, das Skripte nachlädt. Ein flottes Hosting rettet kein überladenes Theme. Mehr dazu im Ratgeber Blog-SEO: was wirklich zählt.
Praktisch prüfst du das so: Teste die Startseite eines frisch installierten WordPress auf dem neuen Paket mit PageSpeed Insights. Ist die Serverantwort schon ohne Inhalte langsam, wird es mit Inhalten nicht besser.
Backups: Erst der Restore zählt
Fast jeder Hoster wirbt mit täglichen Backups. Entscheidend ist, ob du sie selbst und ohne Support-Ticket zurückspielen kannst und wie lange sie aufbewahrt werden. Teste das einmal, solange der Blog noch klein ist: Lösch einen Testbeitrag, spiel das Backup von gestern ein, prüf das Ergebnis.
Zusätzlich lohnt ein zweites Backup außerhalb des Hosters, etwa per Plugin in einen Cloud-Speicher. Fällt der Hoster aus oder sperrt er deinen Account, hast du dann noch eine Kopie.
- PHP 8.3 oder neuer wählbar
- MySQL 8.0 oder MariaDB 10.11
- kostenloses SSL-Zertifikat (Let's Encrypt)
- tägliche Backups, selbst wiederherstellbar
- Serverstandort in der EU
- AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO
- Preis ab dem zweiten Jahr notiert
- Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist geklärt
Den Hoster wechseln, ohne Leser zu verlieren
Irgendwann passt das erste Paket nicht mehr, oder der Support enttäuscht. Ein Umzug ist bei WordPress kein Drama, wenn du die Reihenfolge einhältst. Erst kopierst du Dateien und Datenbank zum neuen Anbieter, entweder per Migrations-Plugin oder per Export und Import. Dann prüfst du die Kopie über eine temporäre Adresse oder einen Eintrag in der hosts-Datei deines Rechners, bevor sich am Domain-Eintrag irgendetwas ändert.
Erst wenn dort alles funktioniert, stellst du die DNS-Einträge um. Die Umstellung braucht je nach Einstellung eine Weile, bis sie überall angekommen ist. In dieser Zeit sollte niemand am alten Blog Beiträge oder Kommentare veröffentlichen, sonst fehlen sie hinterher.
Die Domain selbst musst du dafür nicht zwingend umziehen. Sie kann beim alten Anbieter bleiben, solange du dort die DNS-Einträge ändern darfst. Kündige das alte Paket erst, wenn der neue Blog ein paar Tage stabil läuft und das erste Backup beim neuen Anbieter erfolgreich war.
Ein typischer Fehler: Die URL-Struktur wird beim Umzug gleich mit geändert. Mach das nicht. Ein Umzug ist ein Umzug. Wer Permalinks umbauen will, tut das separat und mit Weiterleitungen.
Wann ein Upgrade fällig ist
Drei Signale sind eindeutig. Dein Hoster meldet, dass du CPU- oder Prozess-Limits überschreitest. Der Blog wirft bei Besucherspitzen Fehlermeldungen wie „503 Service Unavailable“. Oder das Backend wird so träge, dass das Speichern eines Beitrags mehrere Sekunden dauert, obwohl du schon Caching nutzt.
Dann ist der nächste Tarif oder Managed Hosting dran. Wird der Blog zu einem Projekt mit Shop und Mitgliederbereich oder mit vielen tausend gleichzeitigen Lesern, lohnt überwachtes Hosting mit festen Ansprechpartnern, wie es etwa OnlineBuilders betreibt. Bis dahin vergehen bei den meisten Blogs aber Jahre.
Dein nächster Schritt: Nimm zwei oder drei Anbieter, trag ihre Preise ab dem zweiten Jahr in eine Tabelle ein und geh die Checkliste oben durch. Wenn alles passt, folgt die Installation, wie in Blog erstellen in sieben Schritten beschrieben. Unschlüssig, ob es überhaupt WordPress sein soll? Dann hilft der Vergleich der Blog-Plattformen.
Häufige Fragen
Wie viel Speicherplatz braucht ein Blog?
Weniger als die meisten denken. WordPress selbst belegt nur wenige Dutzend Megabyte, den Großteil machen Bilder aus. Mit komprimierten Fotos reichen auch für Hunderte Artikel wenige Gigabyte.
Ist kostenloses Hosting für einen Blog sinnvoll?
Nur zum Ausprobieren. Gratis-Angebote haben oft Werbung, Subdomains, knappe Limits und keinen Support. Für einen Blog, der wachsen soll, ist ein kleines bezahltes Paket die bessere Grundlage.
Brauche ich einen Server in Deutschland?
Nicht zwingend, aber ein Standort in der EU vereinfacht den Datenschutz deutlich. Bei Servern außerhalb der EU musst du zusätzliche Garantien für die Datenübermittlung prüfen.
Wann lohnt ein eigener Server (VPS)?
Wenn du Shared-Hosting-Limits regelmäßig reißt und jemand im Team Server administrieren kann. Ein VPS ist schneller und flexibler, aber Updates, Firewall und Backups liegen dann bei dir.