Blog-Namen finden: Methode, Domain-Regeln und Markencheck
Kurz gesagt: Einen guten Blog-Namen findest du, indem du 30 bis 50 Kandidaten sammelst, alles streichst, was schwer zu buchstabieren oder zu eng gefasst ist, und die übrigen drei bis fünf prüfst: Domain frei, keine Kollision im DPMA- und EU-Markenregister, Social-Media-Namen verfügbar. Erst danach registrierst du die Domain.
Ein Blog-Name muss zwei Tests bestehen, die nichts mit Kreativität zu tun haben. Der Telefontest: Kannst du ihn jemandem am Telefon sagen, ohne ihn buchstabieren zu müssen? Und der Fünf-Jahres-Test: Passt er noch, wenn sich dein Thema in eine Richtung entwickelt, die du heute nicht planst?
Viele Namen scheitern an Test zwei. Leise, aber sicher. „Vegan-Backen-mit-Kindern.de“ klingt beim Start präzise. Sobald die Kinder größer sind oder du auch über herzhafte Rezepte schreibst, wird er zur Zwangsjacke.
Vier Methoden, die tatsächlich Namen liefern
Namensgeneratoren spucken in Sekunden hundert Vorschläge aus. Die meisten sind beliebige Wortkombinationen. Besser funktionieren diese Ansätze:
- Eigener Name, etwa „lenaschreibt.de“. Ideal für Personen, die mit ihrem Gesicht für das Thema stehen.
- Wortpaar aus Thema und Haltung, zum Beispiel „Küchenrebell“ oder „Gartenrealist“. Das Thema ist erkennbar, aber nicht festgenagelt.
- Bild oder Metapher, die zum Thema passt, wie „Kompassnadel“ für einen Reiseblog. Braucht einen Untertitel, ist dafür sehr eigenständig.
- Abgewandeltes Alltagswort, etwa durch eine ungewöhnliche Zusammensetzung. Gut merkbar, aber prüfe besonders sorgfältig auf Markenkonflikte.
Sammle mit allen vier Methoden zusammen 30 bis 50 Kandidaten. Klingt viel. Nach der ersten Prüfrunde bleibt oft nur eine Handvoll übrig, und genau das ist der Sinn.
- Sammeln30 bis 50 Kandidaten aus den vier Methoden notieren, ohne zu bewerten.
- AussiebenAlles streichen, was den Telefontest oder den Fünf-Jahres-Test nicht besteht.
- Laut testenDie übrigen Namen drei Leuten vorlesen und fragen, worum es wohl geht und wie man es schreibt.
- PrüfenDomain, DPMAregister, EU-Markenregister und Social-Media-Namen checken.
- SichernDomain registrieren, Schreibvarianten mitnehmen, Social-Profile anlegen.
Was bei .de-Domains erlaubt ist
Die DENIC regelt in ihren Domainrichtlinien, wie eine .de-Domain aussehen darf. Erlaubt sind die Buchstaben a bis z, Ziffern und der Bindestrich. Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle. Eine Domain hat mindestens ein und höchstens 63 Zeichen, darf nicht mit einem Bindestrich beginnen oder enden und an dritter und vierter Stelle keine zwei Bindestriche haben. Umlaute und weitere Sonderzeichen sind zulässig, sofern sie in der Liste im Anhang der Richtlinien stehen.
Rechtlich sind lange Domains also kein Problem. Praktisch schon. Jeder Bindestrich ist eine Gelegenheit, sich zu vertippen, und am Telefon sagst du „mit Bindestrich zwischen Garten und Realist“. Ein Bindestrich ist vertretbar. Zwei sind einer zu viel.
Zur Endung: Für ein deutschsprachiges Publikum ist .de die naheliegende Wahl, laut DENIC sind derzeit über 18,3 Millionen davon registriert. Eine .com-Domain lohnt sich, wenn du international schreiben willst. Neue Endungen wie .blog sind möglich, werden von Lesern aber seltener direkt eingetippt.
Der Markencheck, den fast alle überspringen
Eine freie Domain heißt nicht, dass du den Namen benutzen darfst. Ist der Name als Marke für ähnliche Waren oder Dienstleistungen geschützt, kann der Inhaber nach § 14 Markengesetz Unterlassung verlangen. Dann musst du im schlimmsten Fall nach Jahren umbenennen und zahlst die Anwaltskosten der Gegenseite.
Die Recherche kostet nichts außer einer halben Stunde:
- Im DPMAregister des Deutschen Patent- und Markenamts nach dem Namen und ähnlich klingenden Varianten suchen.
- In TMview oder der Datenbank des EU-Amts für geistiges Eigentum (EUIPO) nach EU-Marken suchen, die auch in Deutschland gelten.
- Den Namen bei Google in Anführungszeichen suchen und schauen, ob ein Unternehmen ihn ohne eingetragene Marke nutzt.
Ein Treffer ist nicht automatisch ein Ausschluss. Es kommt auf die Branche an. Eine Marke „Gartenrealist“ für Rasenmäher kollidiert eher mit einem Gartenblog als dieselbe Marke für Steuerberatung. Entscheidend ist, ob Verwechslungsgefahr besteht. Wenn du einen ähnlichen Namen in deiner Branche findest, nimm lieber einen anderen. Die Auseinandersetzung lohnt sich für einen neuen Blog nie.
Brauchst du selbst eine Marke?
Für einen reinen Hobby-Blog nicht. Fürs Erste. Ein Blog kann außerdem als Werktitel nach § 5 Abs. 3 Markengesetz geschützt sein, ohne dass du etwas anmeldest. Der Bundesgerichtshof hat 2016 im Fall „wetter.de“ anerkannt, dass Internetangebote grundsätzlich Titelschutz genießen können. Der Name „wetter.de“ selbst war allerdings zu beschreibend, um geschützt zu sein. Das zeigt den Nachteil generischer Namen: Wer „Gartenblog“ heißt, kann anderen den Namen kaum verbieten.
Planst du, unter dem Namen Kurse, Bücher oder Produkte zu verkaufen, lohnt eine Anmeldung beim DPMA. Laut dessen Gebührenseite kostet die elektronische Anmeldung 290 Euro für bis zu drei Klassen, jede weitere Klasse 100 Euro. Der Schutz gilt zehn Jahre, die Verlängerung kostet dann 750 Euro.
- Telefontest bestanden: niemand musste nachfragen
- passt auch, wenn sich das Thema verschiebt
- höchstens ein Bindestrich
- kein Treffer mit Verwechslungsgefahr im DPMAregister und in TMview
- Google-Suche in Anführungszeichen ohne Konflikt
- Name auf den wichtigsten Social-Media-Plattformen frei
- Schreibvariante ohne Umlaut oder mit Tippfehler mitgesichert
Ein Name durch alle Prüfschritte, durchgespielt
Nehmen wir einen erfundenen Kandidaten: „Gartenrealist“ für einen Blog über Gemüseanbau auf kleinen Flächen. Telefontest? Bestanden, das Wort lässt sich ohne Buchstabieren durchsagen. Fünf-Jahres-Test? Auch bestanden, denn ob du später über Hochbeete, Balkonkästen oder Schrebergärten schreibst, der Name trägt das alles mit, weil er eine Haltung beschreibt und kein einzelnes Gemüse.
Dann der laute Test. Drei Leute hören den Namen und sollen raten, worum es geht. Wenn zwei von dreien „irgendwas mit Garten, aber ehrlich“ sagen, ist das ein gutes Zeichen. Sagt jemand „klingt nach Baumarkt“, notierst du das, verwirfst den Namen aber nicht sofort.
Jetzt die harte Prüfung. Im DPMAregister suchst du nach „Gartenrealist“, „Garten Realist“ und ähnlich klingenden Varianten wie „Gartenrealisten“. Dasselbe in TMview. Findest du eine eingetragene Marke für Gartengeräte oder Pflanzen, ist der Name raus. Findest du sie nur für Software, ist das Risiko deutlich geringer, aber nicht null.
Bleibt er übrig, folgen Domain und Social-Media-Namen. Erst dann wird gekauft. Die ganze Prüfung dauert weniger als eine Stunde.
Social-Media-Namen und Schreibvarianten
Prüf vor der Registrierung, ob der Name auf den Plattformen frei ist, die du nutzen willst. Ein Blog „gartenrealist.de“ mit dem Instagram-Profil „gartenrealist_official_2“ wirkt improvisiert. Wenn der Name überall belegt ist, ist das auch ein Hinweis, dass ihn schon jemand anderes ernsthaft nutzt.
Häufige Tippfehler und Schreibweisen solltest du mitregistrieren und auf die Hauptdomain weiterleiten. Bei Umlaut-Namen gilt das doppelt: Wer „küchenrebell.de“ nimmt, braucht auch „kuechenrebell.de“. Viele Hosting-Pakete enthalten mehrere Domains, bei All-Inkl etwa sind es im kleinsten Paket drei. Mehr zur Paketwahl steht im Artikel Blog-Hosting.
Was ein guter Name nicht leisten muss
Er muss nicht erklären, worum es geht. Dafür gibt es den Untertitel, die Startseite und die Artikel selbst. Er muss auch keine Suchbegriffe enthalten: Für das Ranking zählt, was auf den Seiten steht, nicht was in der Domain steht. Mehr dazu im Ratgeber Blog-SEO.
Und er muss nicht perfekt sein. Ein unspektakulärer Name schadet selten. Was Leser zurückbringt, sind die Inhalte, nicht die Domain.
Dein nächster Schritt: Setz dich heute Abend 20 Minuten hin und sammle 30 Kandidaten mit den vier Methoden oben. Morgen siebst du aus und machst den Markencheck. Wie es danach weitergeht, steht in der Anleitung Blog erstellen. Und wenn der Blog später einmal zu einer eigenen Plattform werden soll, findest du bei OnlineBuilders eine Beschreibung, wie solche Projekte technisch ablaufen.
Häufige Fragen
Soll der Blog-Name ein Keyword enthalten?
Nicht zwingend. Ein Keyword im Domainnamen bringt für das Ranking wenig, schränkt dich aber thematisch ein. Ein einprägsamer Name, ergänzt um einen beschreibenden Untertitel, funktioniert meist besser.
Darf ich meinen eigenen Namen als Blog-Namen nehmen?
Ja, und für Berater, Autorinnen oder Fotografen ist das oft die beste Wahl. Nachteil: Ein Verkauf des Blogs wird schwieriger, und bei häufigen Namen ist die Domain oft vergeben.
Muss ich meinen Blog-Namen als Marke anmelden?
Nein. Ein Blog kann unter Umständen auch ohne Anmeldung als Werktitel geschützt sein. Eine Marke lohnt sich vor allem, wenn du unter dem Namen Produkte, Kurse oder Dienstleistungen verkaufen willst.
Sind Umlaute in der Domain sinnvoll?
Technisch sind sie bei .de erlaubt. Praktisch tippen viele Leute trotzdem ae, oe oder ue, und manche E-Mail-Programme kommen mit Umlaut-Domains schlecht zurecht. Wer eine Umlaut-Domain nimmt, sollte die Schreibweise ohne Umlaut zusätzlich sichern.